Nördlich von Wien beginnt das Weinviertel. Es ist wohl das unterschätzteste Weingebiet Österreichs. Eigentlich nicht nachvollziehbar, finden Weinkenner und -freunde hier doch großartige, modern vinifizierte Weine zu wirklich moderaten Preisen! Die Region selbst verfügt über die größte Weinbaufläche des ganzen Landes, mit insgesamt 15 892 Hektar. Zu 80 Prozent wachsen hier weiße Sorten. Neben feinem Welschriesling und Gelbem Muskateller, Chardonnay und Riesling und den Roten Merlot, Syrah, Pinot Noir oder Cabernet-Sauvignon wächst hier besonders gut Grüner Veltliner, der durchaus als autochthon bezeichnet werden kann. Das grundsätzlich gemäßigte Kontinental-Klima, mit warmen Tagen und sehr häufig kühlen Luftströmen in den Abend- und Morgenstunden beeinflusst das Traubenmaterial vortrefflich. Der Boden der Lagen entspricht dabei einem Fleckenteppich. Geologisch findet sich hier fast alles: Lös, Lehm, Sand und darunter Granit bis Schiefer. Das macht die Grünen Veltliner, die hier reifen, so besonders.

DIE WEINGARTEN-KREUZE TRAGEN DIE NAMEN DER BESITZER DES WEINGUTES
Die Aromen-Vielfalt dieser Sorte reicht von frischen Blüten, knackigen Äpfeln, schwarzem Pfeffer bis hin zu exotischen Noten wie Ananas, grüner Mango und Zitrusfrüchten, dabei mit einem spannenden Säurespiel. So lässt sich der eine oder andere Vertreter mit feinen Sauvignon Blanc und Silvanern vergleichen. Eine weitere Besonderheit des Weinviertels ist, dass das Weinbaugebiet als erstes des Landes 2002 für seinen trockenen klassischen Grünen Veltliner ein sogenanntes DAC (Districtus Austria Controllatus) eingeführt hat. Weine, die damit ausgezeichnet werden, müssen strengen Richtlinien entsprechen. Hierzu zählen: mindestens 12 Prozent Alkohol, keinen Botrytis und keine Holznoten. Sieben Jahre später kam zu dieser DAC eine weitere Kategorie, die der Reserve hinzu. Das sind besonders vollmundige Weine mit mindestens 13 Prozent Alkohol, denen auch Barrique-Noten zugestanden werden. So wurde aus dem Geheimtipp Grüner Veltliner eine Sorte mit Kult-Potential.

REIFES TRAUBENMATERIAL DES GRÜNEN VELTLINER
Reiseziel: Wo das „Pfefferl“ wächst. Lange galt das Weinviertel auch touristisch als Diaspora unter Österreichs Reisezielen. Doch mit steigender Wein-Qualität wächst der Wunsch, diese romanisch verschlafene Region zu entdecken. Noch nimmt die Zahl der Besucher nur langsam zu, aber wer sich auf die Spurensuche zu den Erzeugern der feinen Tropfen begibt, wird spätestens in den Kellergassen der kleinen Ortschaften fündig. Bei Musik und lokalen Spezialitäten wie Blunzn (einer speziellen Blutwurst) lässt es sich trefflich „entschleunigen“. Hier heißt das Erholungskonzept „genussvolle Gelassenheit“. Die Winzer selbst haben wie in anderen Regionen die Zeichen der Zeit erkannt und betreiben neben ihrem Weinbau immer mehr Gastronomie und Hotellerie.

ENTSPANNTES PICKNICK IN DEN WEINGÄRTEN
Schlafen im Schloss. Eine der schönsten Destinationen jedoch ist das im Sommer 2012 fertig renovierte Schlosshotel im Schloss Mailberg, das seit dem 12. Jahrhundert zum Malteser Ritterorden gehört. Wer beschließt, hier für 150 Euro pro Nacht auf rund 105 Quadratmetern in der Luxussuite zu nächtigen, findet sich wieder in der zauberhaften Kulisse aus Antiquitäten und modernster Ausstattung. Und ganz nebenbei hält die zum Schloss gehörende Vinothek viele der schönsten Weine bereit.

DAS SCHLOSS DES MALTESER RITTERORDENS „MAILBERG“
Einige empfehlenswerte Winzer:
- Pröll in Radlbrunn – Selbst Papst Benedikt XVI. nennt einen Rebstock, den ihm der Winzer Andreas Pröll schenkte, sein Eigen. Das Gut mit der nahezu 300 jährigen Geschichte besticht mit seinen knackig grünen Weinen.
- Hirtl in Poysdorf – Andrea Hirtl, die Seele des Weingutes, führt gemeinsam mit ihrem Mann Martin das Familienunternehmen, das bis auf das Jahr 1729 zurück geht. Neben ihren Top-Lagen „Waldberg“ und „Kirchberg“ erzeugen die Winzer auch einen sehr körperreichen Merlot Reserve, der 30 Monate im Barrique reift und herrlich nach Kirschen und dunklen Beeren bis hin zu Schokolade duftet.
- Schlossweingut Graf Hardegg in Seefeld-Kadolz – Was Maximilan Hardegg auf die Flasche bringt darf man durchaus als Aushängeschild für die kühlere Weinviertel-Region bezeichnen.
- Weingut Weinrieder in Kleinhadersdorf-Poysdorf Ein Weingut mit einer grossen Auswahl an klaren – Rebsorten typischen – Weinen. Daneben vinifiziert das Haus auch elegante Edelsüße der Sorten Riesling und Welschriesling.
- Weingut Prechtl in Zellendorf – Gerade hier zeigt sich der Flickenteppich-Boden Weinviertel von seiner schönsten Seite. Hier gibt es jede Fassette für Liebhaber des goldenen Tropfens. Vom Urgesteins kühlen Typus bis hin zum Exoten aus den Löss und Molasse Lagen.

KONTROLLIERTE QUALITÄT DIE DAC DES WEINVIERTELS
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